INKONTINENZ

Unter Inkontinenz versteht man die Unfähigkeit Winde, Darmflüssigkeit oder gar Stuhl zu halten.

In der Gesellschaft wird die Stuhl- bzw. Analinkontinenz häufig mit älteren Menschen verbunden, eine Störung des Afterverschlusses kann jedoch auch bei jüngeren Menschen auftreten. Erste Anzeichen hierfür sind Nässen, Juckreiz oder Rückstände in der Wäsche. Bei chronischen Fällen kann sich dies als perianale Hautentzündung bzw. perianales Ekzem äußern. Wichtig: Bei einem Analekzem sollte die Möglichkeit der Inkontinenz unbedingt in Betracht gezogen werden und ein Proktologe aufgesucht werden anstatt ewig „Kortisonsalbe“ anzuwenden!

Da viele Menschen anale Beschwerden als ein peinliches Thema ansehen, wird nur sehr selten hierüber gesprochen, das Thema sollte aber spätestens bei einem Besuch beim Proktologen besprochen werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Stuhl- bzw. Analinkontinenz?
Wenn der Schließmuskel nicht richtig funktioniert, kann dies verschiedene Gründe haben: Hämorriden und Beckenbodenschwäche oder der Zustand nach einer Fistel-OP oder Geburt können zu diesen Gründen gehören, es kann sich aber auch um Nervenschäden handeln. Eine rektale Untersuchung und eine  Ultraschalluntersuchung ist daher unabdingbar, um als erstes die Ursache der Analinkontinenz zu ermitteln und die Intaktheit des Schließmuskelapparates und des Kontinenzorgans einschl. der Hämorridenpolsterung und des Feinschlusses nachzuweisen. Eine Ballonmanometrie hat vor allem wissenschaftliche oder forensische Bedeutung.

Die Behandlung der Analinkontinenz
Eine ursächliche Behandlung ist erforderlich, daher werden sind zuerst die Ursachen zu ermitteln – siehe Diagnostik.

INKONTINENZ durch Schließmuskelschäden

 Direkte Schließmuskelschäden können von Geburt an, durch vorherigen Fistelbefall, durch Verletzungen oder nach brutalem Analverkehr (Fremdkörper) hervorgerufen werden. Der Proktologe ermittelt zunächst den genauen Ort der Schädigung und prüft, ob eine operative Rekonstruktion möglich ist, da sie in jedem Fall gegen eine Nervenstimulation vorzuziehen ist. Besteht allerdings ein insgesamt stark und diffus ausgeleierter Beckenboden, kann eine sakrale Nervenstimulation günstig sein und zur Steigerung der Kontinenzleistung beitragen.

In schwerwiegenden Fällen ist die Möglichkeit einer Muskelverlagerung des Oberschenkelmuskels (M.Gracilis) möglich.Dieser wird vom Oberschenkel in den Beckenboden verlagert und um den Enddarm gewickelt. Die Kontinenzleistung wird daraufhin mithilfe von Muskeltraining gesteigert.

Muskeltraining in Form eines Bio-Feedback-Trainings 
ist auch die Grundlage der nicht-operativen Behandlung bei Inkontinenz. Der Patient erhält hierzu ein kleines Stimulationsgerät. Die Elektroden werden am Enddarm platziert. Auf Kommando des Geräts wird das Zuziehen und Entspannen des Schließmuskels geübt. Diese Stimulationsmethode ist sehr erfolgreich.

Den genauen Ablauf der einzelnen Therapien und Eingriffe erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch

Inkontinenz durch Hämorrhoiden