ABSZESS Diagnose

Diagnose
Größere oberflächliche Abszesse können schon bei der Betrachtung durch Berührung (Berührungsschmerz) auffallen, die Diagnose ist somit eindeutig. Tiefere bzw. höhere Abszesse insbesondere im kleinen Becken bleiben aber oft verborgen, insbesondere dann, wenn sie nach einer Operation auftreten und durch postoperative Schmerzen überlagert werden. Bei jedem Abszess führen wir eine Ultraschalluntersuchung durch, um die exakte Ausbreitung des Abszesses darzustellen. Bei unklarer Ausbreitung insbesondere bei den Analfisteln wird eine Kernspintomographie (MRT) veranlasst und der Radiologe konsultiert. Bei der Proktoskopie schaut der Proktologe durch ein kleines Rohr in den Enddarm und versucht die innere Mündung bzw. den Ausgangspunkt des Abszesses zu lokalisieren, welcher sich als Eitertropf in einer Schleimhauttasche äußern kann. Wir verwenden dabei eine Anfärbung des Fistelkanals mit blauer Farbe, damit der Fistelgang identifizierbar wird und dadurch von der Umgebung trennbar. Die intraoperative Fistelmarkierung halten wir für eine große Hilfe und sie dient zur Sicherung des vollen Erhaltes des Schließmuskels während der Operation.

  1. Perianale Abszesse müssen sofort operativ breit geöffnet und voll entleert werden, um weitere Komplikationen, wie z.B. Sepsis ( Blutvergiftung) oder die Verschleppung von Eiter zu vermeiden. Bei der Nachbehandlung bleibt die gelegte Wunde offen, es erfolgt keine Tamponade nur ein Verband auf die Haut. Die Wunde wird regelmäßig gespült und die Patienten machen anschließend zu Hause reinigende und desinfizierende Sitzbäder.

Tags: Abszess, After, Anus, Analabszess , Analfistel