VENENSTRIPPING

Wie werden die Krampfadern beim Stripping gezogen?

 

Unmittelbar nach der Krossektomie  wird die Vene mit einer speziellen (Babcok -) Sonde passiert, die in die abgetrennte und krankhaft erweiterte Krampfader eingeführt und exakt am Ende der krankhaften Venenstrecke wieder auf die Haut herausgeleitet wird. Alle anderen gesunden Venen bleiben unberührt.  Um die Krampfader zu ziehen, wird sie am Ende der Sonde mit Hilfe eines Knopfes befestigt. Der Metallknopf sichert, dass die ganze Krampfader entfernt wird und keine Teile im Bein zurückbleiben. Kleinere Nebenäste werden von der Stammkrampfader abgetrennt und mit Radiowellen versiegelt, wodurch Blutungen reduziert werden. Den gesamten  Vorgang nennt man Stripping. Ein ähnliches Stripping  (Herausziehen)  kann an der Vene von der Kniekehle bis zum Knöchel vorgenommen werden.

Dank der kleinen Schnitte ergibt sich immer ein gutes kosmetisches Ergebnis.

Das Stripping ist der Hauptteil einer Krampfaderoperation. Allerdings gibt es oft noch erhebliche, dicke und geschlängelte Seitenäste, die bei uns mit der Häkelnadelmethode selektiv herausgezogen werden. Hierzu benötigen wir allerdings keine Schnitte mehr, winzige Stiche reichen einem geschickten Krampfaderchirurgen für die völlig atraumatische Entfernung auch von größeren Nebenästen aus.

Ein Kompressionsstrumpf, der noch vor dem Eingriff nach Maß bestellt wird, wird noch im OP angezogen und muss zwei Nächte getragen werden.

Danach kann man sich duschen.  Den kleinen Wunden schadet eine kurze Dusche nicht. Sie müssen allerdings nach der Dusche gründlich desinfiziert und mit einem Pflaster geschützt werden, erst danach wird der Strumpf wieder angezogen.

Ansonsten bleibt der Strumpf in der ersten Woche Tag und Nacht angezogen und das Bein ist nur bei der Dusche oder nach dem Waschen in der Trocknungszeit ohne Kompressionsstrumpf.  

Der Strumpf wird nach der ersten Woche direkt nach dem Aufstehen angezogen. Die empfohlene Tragezeit beträgt nach der Krampfaderoperation  sechs Wochen.   

 

Was sind die Vorteile / Risiken einer Krampfaderoperation ?  

 

Der Hauptvorteil eines guten Strippings ist die lebenslange Beschwerdefreiheit. Natürlich können Krampfadern auch an anderen Stellen bei schwachen Venen wiederkommen, deren Ausmaß ist aber nie so, wie es bei einer Krampfaderkrankheit der großen Stammvene der Fall ist. Somit können spätere Rezidiven von Seitenästen oft mit einer Verödungspritze (Schaumverödung ) beseitigt werden.

Die Narben nach einer Krossektomie sind in der Leiste so versteckt und haben einen so guten Heilungsverlauf, dass man diese kaum sieht. Daher braucht man Narben nach der Krossektomie nicht zu fürchten. Das gilt ebenso für die Stiche nach dem Ausziehen der Seitenäste mit der Häkelnadelmethode. Je kleiner die Stiche, desto kleiner sind die Schmerzen und Blutergüsse nach der OP: bei der heutigen minimal invasiven Technik bleiben diese in der Regel sehr klein. Blaue Hautverfärbungen, die für einen Laien – wie nach einer Blutentnahme – beeindruckend sein können, sind in Wirklichkeit ungefährlich und verschwinden auch ohne Salbenanwendung in einem Zeitraum von sieben bis zehn Tagen von selbst.

Ansonsten handelt es sich um eine jahrzehntelang etablierte Routineoperation in erfahrenen Händen mit hoher Sicherheit und Effektivität.